Chronik

Auszug aus der Festschrift zum 25 jährigem Bestehen im Mai 1971,

Wenn der Mensch inmitten all des technischen Geschehens sich selbst nicht aufgeben will, darf er die Beziehung zur Natur nicht verlieren. Den notwendigen Ausgleich zu der oft einseitigen Arbeit in Fabriken, Zechen und Büros gewährt die Betätigung des Sportangelns an einem fischreichen Gewässer in der freien Natur. Das Angeln bietet zugleich die ideale Voraussetzung für den Menschen in der heutigen Zeit.um die von ihm so erfolgreich erkämpfte Freizeit für sich sinnvoll zu gestalten. Die Freizeit sinnvoll zu gestalten war auch einer der Grundgedanken bei der Gründung des Angelsportverein Dorsten. Nach dem zweiten Weltkrieg schufen dreizehn Dorstener Bürger die Voraussetzungen, daß vielen Bürgern unserer Stadt der Angelsport in der heute großzügigen Weise ermöglicht wird. Wer sich aber das Angeln als Freizeitbeschäftigung erwählt hat, sollte bemüht sein, es von Grund auf richtig zu erlernen. Angeln ist nämlich kein Spiel und auch kein Sport im üblichen Sinne. Es geht hier um das Leben der Fische, die zwar niedrigstehende Wirbeltiere, aber doch Lebewesen aus Fleisch und Blut sind. Angeln sollte deshalb nur derjenige dürfen, der sport- und waidgerecht zu Fischen versteht. Er sollte vermeiden, daß unnötige Härten und Quälereien der Kreatur zugefügt werden.
Es wird viel über Naturliebe und Heimatverbundenheit geredet und geschrieben, wer jedoch den Zustand kennt, in dem sich unsere Seen und Flüsse befinden, muß Zweifel hegen an der Naturverbundenheit unserer Mitmenschen. Die dringlichste Aufgabe aller Sportangler ist es daher, mit allen gesetzlich erlaubten Mitteln dafür zu sorgen, daß unsere Gewässer vor jedem Zugriff geschützt werden, der den natürlichen Kreislauf der Natur stört.
Hier sollte es das Bestreben aller naturliebenden Menschen sein, den Angelsportvereinen bei den Aufgaben zur Reinhaltung der Seen und Flüsse zu helfen. Wir alle sollten jetzt mit unserer ganzen Kraftakt dafür sorgen, daß die Versäumnisse an der Natur, die in den letzten Jahrzehnten überhand genommen haben, wieder in Ordnung gebracht werden, damit wir an einer gesunden Natur selbst wieder gesunden können.


Karlheinz Wallesch Mai 1971